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Zeit für das Unwesentliche

An einem Seeufer sitzt ein Mann und versucht, mit seinen Händen Fische zu fangen. Ein Wanderer kommt vorbei, klopft dem Fischer auf den Rücken und sagt: “He, guter Mann, komm, ich zeige dir, wie man Netze knüpft. Damit kannst du viel schneller und mehr Fische fangen als von Hand.” Der Fischer ist so auf den See konzentriert, daß er kaum richtig zugehört hat. Ohne aufzublicken, ant-wortet er dem Wanderer: “Keine Zeit, ich muß jetzt Fische fangen.”
Aus René Egli, Das LOLA-Prinzip, Oetwil (Schweiz) 1994

Manchen Menschen mag es ähnlich gehen. Dabei ist die Aussage des Fischers aus zweierlei Gründen bemerkenswert. Zum einen hat er keine Zeit, zu anderen folgt daraus die Konzentration auf das Unwesentliche. Die Floskel “keine Zeit” gehört für viele zum – sehr häufig unbewußten – Standardvokabular.  Ob diese Menschen wissen, was ihnen dadurch entgeht?

Wer sich ständig zuggeriert, keine Zeit zu haben, läuft dem Leben hinterher – oder das Leben geht an ihm vorbei. Beides fördert weder das Wohlbefinden noch das Selbstbewußtsein.

Nur wer sich seiner Zeit bewußt ist, weiß um die Endlichkeit der Zeit und kann versuchen,  sie sinnvoll zu nutzen. Diese Menschen befreien sich von der negativen Formulierung “keine Zeit”, um ihr Gehirn nicht für wesentliche Dinge zu blockieren. Sie haben ihre Zeit im Griff und sind auf eine souveräne Weise offen für Neues in ihrer Welt. Deshalb sind sie in der Lage, ihr Leben selbst
zu gestalten und dementsprechend zu genießen.

Schon vor rund 2.400 Jahren sagte Sokrates: “Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen.”

Manfred Flügge

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